Freitag, 8. Mai 2015

Tanztee

Ich mag ja die Mode der 30er und 40er. Sehr sogar.
Und seit ein paar Monaten tanzen mein Freund und ich ♥. Und das mag ich auch.
Ich mag die Vorstellung, dass es mal eine Zeit  gab, in der sich junge Leute am Wochenende Nachmittags in Cafes zum Tanzen getroffen haben. Wäre diese Kultur heute noch lebendig, anstatt dass Leute bis morgens um vier bei Flimmerlicht und schrecklicher Musik (nachdem sie 10€ Eintritt und noch mehr für Getränke gezahlt haben) herumzappeln, würde ich sicherlich richtig oft Tanzen gehen.

Naja. Genug geschimpft. Ich hab mir auf jeden Fall ein Tanzkleid genäht, das vom Stil der 40er Jahre inspiriert wurde. Flügelärmel, herzförmiger Ausschnitt, leichte A-Linie.
Den Schnitt habe ich aus einem Nähbuch, das ich demnächst auch vorstellen werde, aber im MOment fehlen mir da noch die Photos.

Das Projekt sollte eigentlich ganz einfach sein und schnell zwischen ein paar Lern- /Arbeitseinheiten geschoben werden.
Aber wie das halt meistens so ist, wenn man sich sowas vornimmt, passiert genau das Gegenteil.

Zunächst hat mich einmal die Maßtabelle sehr stutzig gemacht. Laut diesem Buch brauche ich nämlich Größe 42. Bei burda nähe ich mir die Sachen immer in Größe 34. Nun gut, ein wenig die Stirn gerunzelt, kurz mit den Achseln gezuckt und losgelegt mit Größe 42.

Das Ding war mir dann aber sowas von zu groß, dass ich obenrum alles nochmal auftrennen musste und unten rum alles enger machen musste, was nur so mittelgut geklappt hat. Denn natürlich ist nicht nur der Bauchumfang bei Größe 42 größer, sondern auch der Ausschnitt und die Schulterweite. Und was damal weg ist, ist dann auch weg.

Dazu kam dann auch noch der typische Fräulein-Jabberwocky-Fehler. Zu kurz abgeschnitten (Schade, dass ich an dieser Stelle nicht einige anschauliche Emoticons einbauen kann...).
Zuerst dachte ich, ich müsste jetzt eine Bluse draus machen. Aber dann war die Lösung doch ziemlich cool, die mir da eingefallen ist. Ich hab ein Unterkleid gemacht, aus dem grauen Chiffon, der mir von dem gelben Pulli en masse übrig geblieben ist. Und unten dran, kam dann ein breiter Streifen von dem Kleidstoff, von dem ich nur noch das übrig hatte.
Mit dem Endeffekt bin ich eigentlich ganz zufrieden. Diese aus der Not heraus entstandene Stufe gefällt mir besonders gut.

Weil das Muster im Laden ganz toll ausgesehen hat, so am Körper aber dann doch irgendwie dick gemacht hat, hab ich, um dieses flächige  Quadratmuster zu brechen, unterm Busen eine kleine Kellerfalte reingemacht und mit einem großen Perlmuttknopf akzentuiert.
Hach, ich liebe Perlmutt zur Zeit so ♥
An den Schultern sind deswegen auch noch je zwei Perlmuttknöpfe.

In die Schulternähte habe ich innen dann noch je eine Schlaufe, die man einseitig per Druckknopf öffnen und schließen kann, eingearbeitet. Die sind  für die BH-Träger. Wie ich vorher schon kurz erwähnt habe, ist der Ausschnitt sehr breit. Diese Schlaufen sind nun zum Einen dazu gut, die BH-Träger zu verstecken, welche aber ihrerseits auch dafür sorgen, dass das Kleid darüber an Ort und Stelle bleibt. Sowas nennt man dann wohl Symbiose ^^

Aber jetzt will ich euch nicht länger auf die Folter spannen. Hier ein paar Bilder:


hier sieht man das Innenleben




a tergo

Perlmuttknöpfe ♥ und abgeblätterter Nagellack
hier sieht man das Dekolleté und die Flügelärmel ganz gut.

Danke fürs bis hierher Lesen, bis bald, ich wünsch euch einen schönen Muttertag (: